Zusammenhalten-Newsletter August 2026

Völkermord an Ezidinnen und Eziden - Hiroshima -  PRÜF-Picknick - Denkraum - Besim Karadeniz - Umfrage zu "In meiner Nachbarschaft? Extremismus in Pforzheim"

Liebe Pforzheimerinnen und Pforzheimer,

Jetzt ist einmal wieder Sommerpause. Feste und Festivals sind vorbei, viele sind in Urlaub gefahren, die Stadt wird in der Sommerhitze leiser.

Ein paar Aktivitäten gibt es aber doch, auf die wir hinweisen möchten: das Gedenken an den Völkermord an den Ezidinnen und Eziden, das Friedensgebet in Gedenken an Hiroshima, die aktuelle Ausstellung im Kunstverein, das PRÜF-Picknick in Stuttgart und den Denkraum Nordstadt Ende des Monats. Dazwischen möchten wir Sie auffordern, an unserer Umfrage zu „In meiner Nachbarschaft? Extremismus in Pforzheim“ teilzunehmen und empfehlen die Rede von Navid Kermani beim Bundeswehrgelöbnis am 20. Juli 2026 sowie das neue Buch von Ilko-Sascha Kowalczuk. Außerdem möchten wir an einen #Zusammenhalten-Mitstreiter der ersten Stunde erinnern – Besim Karadeniz.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie sich auch im Urlaubsmonat August anregen lassen!

Ihr Team von #Zusammenhalten Pforzheim


In meiner Nachbarschaft?

Umfrage

In unserer Stadt sind verschiedene extremistische Strömungen aktiv, politisch wie religiös. Der aktuelle Extremismus-Bericht des Landesverfassungsschutzes gibt darüber einen groben Überblick (PZ-Bericht vom 30.7.2026). Nachdem in der Nähe einer Schule Plakate und Aufkleber einer neonazistischen Organisation aufgetaucht sind und immer wieder Flyer verteilt werden, möchten wir es genauer wissen.

Haben Sie in Ihrer Nachbarschaft extremistische Aktionen bemerkt?

Falls ja, melden Sie es uns gerne in dieser Umfrage bis Ende August – ganz anonym.


Zusammenhalten-Newsletter Juni 2026

CSD - Erinnerung Bücherverbrennung - Nordstadt-Kulturfest - Mobil ohne Auto im Würmtal - Schlosspark Open - Jahrestagung Ethikrat - Denkräume u.v.m


Singen an der Enz - Singen für Demokratrie

Zusammenhalten - Demokratie stärken - Vielfalt leben - Wasser schützen

Sing mit!

Wann? 16. Mai 2026 um 11 Uhr

Wo? Am Enzufer beim Turnplatz/Emiliensteg

Wasser verbindet. Ohne Vorbehalte bringt es
Menschen zusammen – unabhängig von Geschlecht,
Herkunft oder Glauben. Über Grenzen
hinweg, zwischen Stadt und Land, entsteht Verbindung.
Die Enz ist Teil dieses großen Fließens
und prägt die Landschaft in unserer Region.
So wie der Fluss verbindet, bringt gemeinsames
Singen unterschiedliche Menschen zusammen
und setzt ein Zeichen für gesellschaftlichen
Zusammenhalt, die Werte unserer Demokratie
und den Schutz unserer Lebensgrundlagen.
Mach mit beim Singen entlang der Enz für Zusammenhalt, Demokratie, Schutz der Lebensgrundlagen an folgenden Orten entlang der Enz:

9. MAI / 12:00 UHR
Enzklösterle, Enzbrücke, Wildbader Straße
Kreuzung Aichelberger Weg
9. MAI / 15:00 UHR
Bad Wildbad, Pavillon am Katharinen-Brunnen vor Palais Thermal
11. MAI / 18:00 UHR
Höfen, Enzauenweg beim Turbinenhäusle
16. MAI / 11:00 UHR
Pforzheim, Enzvorland am Turnplatz/Emiliensteg
Alexander-Wellendorf-Straße 2
16. MAI / 14:00 UHR
Mühlacker, Kelterplatz

gefördert durch

gefördert durch


#Zusammenhalten-Newsletter Mai 2026

Nimm Platz - Politikwerkstatt Grundrechte - Demokratiewerkstatt - Denkraum Weststadt und Nordstadt - Singen an der Enz - #Krautschau u.v.m.


#Zusammenhalten-Newsletter März 2026

Woche der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit, Landtagswahl, Internationaler Frauentag, Internationale Wochen gegen Rassismus u.v.m.


Kundgebung "Gemeinsam Demokratie schützen!"

Dank an alle Teilnehmenden!

Das Programm bei der Kundgebung am 13.2. 2026 zeigte vielfältige Erfahrungen mit Demokratie und eine breite Aufforderung aus vielen Bereichen unserer Gesellschaft, unsere Demokratie zu schützen und sie zu leben.

Etliche der Redebeiträge finden sie hier.


Gemeinsam Demokratie schützen

Kundgebung am 13.2.2026 um 17 Uhr

Unter dem Motto „Gemeinsam Demokratie schützen“ lädt die #Zusammenhalten Pforzheim alle Bürgerinnen und Bürger ein, am Freitag, den 13. Februar 2026, um 17:00 Uhr im Blumenhof in Pforzheim deutlich Zeichen zu setzen.

Die Demokratie steht aus verschiedenen Gründen unter Druck. Gerade deshalb ist es wichtig, dass demokratisch denkende Menschen – trotz aller Unterschiede – gemeinsam Verantwortung übernehmen und sich klar zu unseren demokratischen Grundwerten bekennen. Dies soll die Veranstaltung unterstreichen.

Wir sind überzeugt: Jede und jeder, demokratische Parteien sowie Organisationen aus dem Sozialbereich, Religionsgemeinschaften, Kultur- und Wirtschaftszweigen sollten zusammen ein starkes, sichtbares Zeichen für den Schutz unserer Demokratie setzen. Dies gilt insbesondere vor den anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg 2026.

Bei der Kundgebung werden Redebeiträge aus den Bereichen Bürgerbewegungen, Kultur, Sozialbereich, von Jugendlichen, Zugezogenen und Religionsgemeinschaften erwartet. Geplant sind unter anderem Beiträge von:

Dr. Miriam Haidle, Bürgerbewegung #Zusammenhalten Pforzheim; Pfarrer Georg Lichtenberger, Christliche Kirchen Pforzheim; Melanie Denner, Kultur (Vertreterin aller Kultureinrichtungen über den Pforzheimer Kulturrat e.V.). Für den Sozialbereich sprechen Alison Bussey, Delsot A. Shamo, Margia Magic, Daniel Steinfels, Danyil Stupin (Jugendlicher aus der Ukraine. Die  Jugend vertreten außerdem Leon Meyer und Julius Wolff, für die Jesidische Gemeinschaft spricht Julia Kurt. Für die älteste Bürgerinitiative in Deutschland wirkt mit Dr. Christoph Mählein, Obermeister der Löblichen Singergesellschaft 1501 Pforzheim. Hasan Akbaba vertritt die Aleviten in Pforzheim, und Munawar Khan wird seine Ausführungen für die Gemeinschaft der Ahmadiyya in Pforzheim einbringen. Tom Wolters von der IG Metall wird für die die Gewerkschaften sprechen, Arbeitgebervertreter sind angefragt.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgen Christian Roch und Uli Dörsch vom Folkclub Prisma e.V.


#Zusammenhalten im Gespräch mit Albert Esslinger Kiefer

Zusammenhalten im Gespräch mit Albert Esslinger-Kiefer

Ursprünglich sollte ihn sein Weg ins Pfarramt führen – doch es kam anders. Seit über fünf Jahrzehnten prägt Albert Esslinger-Kiefer das Pforzheimer Medienhaus in vielfältigen Funktionen: als Verleger, Anzeigenverkaufsleiter, Chefredakteur, Marketingleiter, technischer Leiter und oberster Repräsentant – und das zeitgleich in einer Person.

Bei der Verleihung des Pforzheimer Wirtschaftspreises beschrieb Laudator Georg H. Leicht (Juwelier Leicht) sein Leben als eines mit Brüchen, Herausforderungen und Erfolgen, geprägt von Optimismus, Glaubensfestigkeit, Menschlichkeit, wacher Intelligenz, großem Fleiß und blitzendem Schalk.
Albert Esslinger-Kiefer, Verleger der Pforzheimer Zeitung, ist zudem ein ausgewiesener Kenner Afrikas. In jungen Jahren arbeitete er ein Jahr lang im Urwaldkrankenhaus von Albert Schweitzer in Lambarene – eine Zeit, die ihn nachhaltig prägte.

Für #Zusammenhalten frägt Gerhard Baral.

 

#Zusammenhalten: Welche Bedeutung hat die Verwurzelung Ihres Unternehmens mit Pforzheim und der Region Nordschwarzwald?

Albert Esslinger-Kiefer: Wir sehen uns als Heimatzeitung mit großer lokaler Kompetenz. Wir sind uns der damit verbundenen Verantwortung sehr bewusst. Gleichzeitig verstehen wir uns als vitales Element in Stadt und Region und tragen mit vielfältigen Aktionen – Stiftungen, Sponsoring und persönlicher Präsenz – dazu bei, dass unsere Stadtgesellschaft in ihrer großen Vielfalt eine – hoffentlich – gute Zukunft erfährt.

 

#Zusammenhalten: Welche Chancen sehen Sie für Pforzheim als Stadt mit der jüngsten Bevölkerung in Baden-Württemberg und Menschen aus über 140 Nationen?

Albert Esslinger-Kiefer: Es ist ein permanentes Bemühen, junge Menschen für jene Themen zu sensibilisieren, die für ihr Leben relevant sind und gleichzeitig dazu beitragen, sie für die aktuellen Belange unserer Stadtgesellschaft – ihren Lebensraum – zu interessieren. Mit dieser Zielsetzung habe ich vor über 20 Jahren die Jakob und Rosa Stiftung gegründet, um junge Leute zu einer vernünftigen Lebensführung zu befähigen. Was die Menschen aus über 140 Nationen betrifft, so ist es das ständige Bemühen unserer Redaktion, mit diesen Mitbürgern überhaupt ins Gespräch zu kommen. Aber allzu oft stoßen wir auf geschlossene Türen, obwohl die innerstädtische Szenerie – Geschäfte und Immobilien – längst im Besitz von Migranten ist.

 

#Zusammenhalten: Sie lernten als junger Mann in Afrika Lambarene und Albert Schweitzer kennen – Arzt, Philosoph und Friedensnobelpreisträger. Wie hat diese Zeit Ihren Blick auf die Welt und auf Afrika beeinflusst?

Albert Esslinger-Kiefer: Albert Schweitzer – der Mann hat mich sehr geprägt. Ein Jahr lang war ich als junger Kerl von 21 Jahren an seiner Seite. Glaubwürdig sein im Denken und Tun – das war seine Devise. „Machschs au richtig?“ hat er meist gefragt, wenn er mich in der Schreinerei beim Basteln neuer Krankenbetten, bei Reparaturarbeiten in den Krankensälen oder bei Gartenarbeiten mit den Behinderten antraf. Als die Briefe meines Onkel Jakob, des Zeitungsverlegers, dringlicher wurden – Tenor: „Entweder Du kommst jetzt zurück und kümmerst Dich um das Geschäft oder du kannst gleich bei den Negern bleiben!“ -, da nahm mich der „Grand Docteur“ auf die Seite und meinte „Namensvetter, jetzt musst Du aber gehen!“. Er drückte mir 700 Mark in die Hand, damit bin ich ein weiteres Jahr durch Westafrika und die Sahara getrampt. Das Urwaldhospital in Lambarene aber ist mir geblieben, ich habe es inzwischen dreimal besucht.

 

#Zusammenhalten: Wie international ist Ihre Belegschaft, und welche Auswirkungen hat dies auf Ihr Unternehmen?

Albert Esslinger-Kiefer: Da wir kein typisches Produktionsunternehmen sind, hält sich die Zahl der „Migranten“ in Grenzen. Aber im IT-Bereich, im Vertrieb und Versand freue ich mich über langjährige, engagierte Mitarbeiter/innen.

 

#Zusammenhalten: Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht vor großen Herausforderungen, zugleich befindet sich die Medienlandschaft in einem tiefgreifenden Wandel. Wie sehen Sie die Entwicklung Ihres Medienhauses in den kommenden Jahren?

Albert Esslinger-Kiefer: Okay, die Welt ist im Umbruch. Und Pforzheim ganz besonders. Wenn wir nur noch über Probleme sprechen anstatt mit positiver Denkungsart Lösungen zu entwickeln, dann mache ich mir große Sorgen. Für uns Zeitungsleute in Pforzheim erhebt sich zunehmend die Frage, wie wir unser auch in Fachkreisen geschätztes Produkt stabil halten können, wenn der lokale Handel – unser wichtigster Anzeigenkunde – weiter wegbricht. Damit verbunden sehe ich mit wachsender Verwunderung ein anderes Phänomen: Die Pforzheimer mögen ihre Stadt nicht mehr. Woher aber kommt die Lust, sich am Niedergang der eigenen Stadt abzuarbeiten? Wir müssen der Stadtgesellschaft neue, positive Impulse geben – wir tun es beim Zeitungmachen mit großem Engagement, denn für uns Medienleute ist das eine existentielle Frage.

 

#Zusammenhalten: Sie verfügen über langjährige Einblicke in die deutsche Medien- und Zeitungslandschaft. Wird es Ihrer Einschätzung nach in einigen Jahren noch die gedruckte Zeitung geben, oder entwickeln sich die Medien überwiegend in Richtung rein digitaler Angebote?

Albert Esslinger-Kiefer: Tatsächlich ist die Medienlandschaft aus Gründen, die ich hier nicht erklären muss, in totalem Umbruch. Das „newspaper endgame“ ist eingeläutet. Die Zeitungen verschwinden nicht vom Markt, aber die Großverlage kaufen die Heimatzeitungen auf und entkernen sie. In dieser Situation wäre es für die Verlage hilfreich, wenn man im politischen Raum erkennen würde, dass die Zeitungen – und hier die Lokalzeitungen im Besonderen – ein wichtiges Element im demokratischen Gefüge unseres Landes sind. Die Schweizer honorieren dies, indem sie die Vertriebskosten – die Zustellung ins letzte Haus im Dorf – von der Steuer befreien.

Dank unserer lokalen Kompetenz haben wir eine relativ stabile Auflage – und dies in einer (noch) starken Zeitungslandschaft, denn in der Region stehen wir mit drei anderen Zeitungen im heftigen Wettbewerb. Was uns stabilisiert ist das überdurchschnittliche Wachstum im digitalen Bereich. Aber noch leben wir in der Hoffnung, dass wir unseren treuen Lesern in Stadt und Land noch einige Jahre eine interessante, lesenswerte Zeitung liefern können – auf Papier gedruckt, mitten in der Stadt im Zeitungshaus Ecke Post-/Kiehnlestraße.


Aufruf Gegendemo 17-1-2026

Zeichen setzen gegen rechte Hetze und für ein vielfältiges Pforzheim!


Solidarisch gegen Hetze und Gewalt!

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