Wer ist „Wir“? Über Migration, Identität und die Zukunft des Zusammenlebens

Zeit:
-
Standort:
Tiefenbronner Str. 65, Gebäude Z2, Pforzheim. More info
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Vortrag von Judith Kohlenberger im Studium generale der Hochschule Pforzheim

Wer ist „Wir“? Über Migration, Identität und die Zukunft des Zusammenlebens

Unsere Gesellschaft ist mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Kriege und humanitäre Krisen mit unmittelbaren Auswirkungen auf Europa, steigende ökonomische Ungleichheit, Teuerung und Inflation, Digitalisierung und der Aufstieg der KI, eine sich weiter aufbauende Klimakrise, der einsetzende demografische Wandel und eine weltweite Demokratierezession, die sich auch im Inneren zeigt. Die zunehmende Pluralisierung und Öffnung der Gesellschaft durch Flucht und Migration ist nicht ohne Spannungen und Auseinandersetzungen abgelaufen. Gesellschaftliche Konflikte zwischen Neuankommenden und jenen, die schon länger hier sind, scheinen zuzunehmen, die Fronten zwischen Migrationsbefürwortern und -skeptikern zu verhärten. Mitunter heftige Debatten und Emotionalisierung auf beiden Seiten prägen die mediale Berichterstattung.

Diese sind jedoch nicht zwingend als Zeichen zu werten, dass die pluralistische, offene Gesellschaft gescheitert ist, so die These des Vortrags. Er plädiert dafür, Debatte und gesellschaftliche Konflikte als „Wachstumsschmerzen des Wir“ zu sehen, als schmerzhafte Symptome des Ausverhandelns und Näherkommens gesellschaftlicher Gruppen unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft. Abgrenzung zwischen uns und „den Anderen“ muss nicht in Ausgrenzung und Abwertung münden, solange die Menschlichkeit und Integrität jedes und jeder Einzelnen im Zentrum steht. Wer aber ist das „Wir“ und wer sind „die Anderen“? Wer gehört dazu und wer nicht? Wie lässt sich ein größeres „Wir“ in einer vielfältigen Gesellschaft entwickeln und welche Rolle spielt (Hochschul-)Bildung dabei? Auf diese und weitere Fragen gibt die.

Judith Kohlenberger ist Leiterin des Forschungsinstituts für Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM), WU Wien. Foto: Christian Lendl.

Judith Kohlenberger ist habilitierte Soziologin. Sie leitet das Forschungsinstitut für Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM) an der WU Wien, ist Affiliate Policy Fellow am Jacques Delors Centre in Berlin und Associated Researcher am Einstein Center Digital Future. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung, Mitglied des Integrationsrats der Stadt Wien und Host des Podcasts „Aufnahmebereit“. Ihr Buch Das Fluchtparadox (2022) war österreichisches Wissenschaftsbuch des Jahres 2023 und für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert. Zuletzt erschien 2025 ihr aktuelles Buch „Migrationspanik“.

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